Das Fechten ist ein studentisches Brauchtum, das bereits seit über 400 Jahren in Österreich, Deutschland und der Schweiz von schlagenden Verbindungen ausgeübt wird.
Mensur damals: Nachstellung einer Mensur
Das schlagende Prinzip ist ein verbindendes Element unter sämtlichen Korporationen. Es zeigt, daß diese Lebensbünde bereit sind, auch solche Traditionen aufrechtzuerhalten, die der „normalen“ Bevölkerung unverständlich sind.
Das Fechten auf der Mensur ist in unseren Augen ein unverzichtbares, freiwillig auf sich genommenes Zeichen der Einsatzbereitschaft. Jeder Bundesbruder zeigt damit, daß er für seine Verbindung auch den „Kopf hinhält“.
Auch ist die Mensur ein Moment, in dem jeder Bundesbruder an seine physische und psychische Leistungsgrenze herangeführt wird und somit lernt, mit Extremsituationen umzugehen und einen kühlen Kopf zu bewahren.
Der Waffenstudent steht nicht nur für sich selbst, sondern für die Gemeinschaft. Die Ehre des großen Ganzen, von dem er nur ein Teil ist, wird hier wichtiger als das Risiko, sich selbst zu verletzen zu können. Dieses persönliche Risiko zugunsten der Gemeinschaft zu überwinden, ist die eigentliche Leistung bei einer Partie.
... und heute: Aktiver beim Einpauken
Sinn des Fechtens ist nicht, sich oder den anderen zu verletzen. Es gibt weder Gewinner noch Verlierer. Wir fechten, um zu zeigen, daß wir zu unserer Überzeugung tatsächlich stehen und uns nicht mit bloßen Lippenbekenntnissen begnügen.
Die Verpflichtung zur Mensur bedeutet für den Bund zum einen einen Treuebeweis des Mitglieds und zum anderen ein Selektionskriterium:
Wer nicht auf seine eigene Leistung vertrauen kann,
wer die Feigheit dem Mut vorzieht,
wer lieber bequem als diszipliniert ist,
wer persönliche Vorteile höher bewertet als die Gemeinschaft,
ist nicht dazu geeignet, Teil einer solchen Gemeinschaft zu werden.
Das Gemeinschaftserlebnis der Mensur besitzt für uns eine so starke Integrationskraft, daß wir mit gutem Gewissen an ihr festhalten.
Quelle: Internetseite der Burschenschaftlichen Gemeinschaft