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Hans Werner Bracht - Professor des Rechts (*1927 in Breslau, Schlesien, † Februar 2005 in Lemgo, Lippe) war ein deutscher Jurist und Professor für öffentliches Recht sowie Wirtschaftsrecht. Er studierte in Marburg Rechts- und Staatswissenschaften, und lehrte als Professor für Öffentliches Recht und Wirtschaftsrecht an den Fachhochschulen Lemgo und Bielefeld. Nach seiner Pensionierung arbeitet er als Rechtsanwalt. Vor Gericht vertrat er unter anderem die als rechtsextrem eingestuften Personen Markus Privenau und Udo Walendy. Er war Mitglied der CDU und wurde nach seinem Ausschluß aus der Partei zum Mitbegründer der Deutschen Sozialen Union (DSU). Er war auch Gründungsmitglied und Präsident des Vereins Western Goals of Europe, dem Ableger einer US-amerikanischen konservativen Vereinigung gegründet 1979 von dem konservativen Abgeordneten im US-Kongreß, Lawrence P. McDonald, der damals zu den führenden Mitgliedern der John Birch Society in den USA gehörte.
Max Friedländer - Journalist(* 18. Juni 1829 in Pleß; † 20. April 1872 in Nizza, Frankreich) war ein österreichischer Journalist. Max Friedländer besuchte Schulpforta, widmete sich dann gleichzeitig mit seinem Vetter Ferdinand Lassalle juristischen Studien auf den Universitäten von Berlin, Breslau und Heidelberg und ward nach deren Vollendung als Assessor am Stadtgericht in Breslau angestellt. Sein bald darauf veröffentlichtes Buch über das geistige Eigentum: Der ausländische und einheimische Rechtsschutz gegen Nachdruck und Nachbildung (Leipzig 1857) erregte Aufsehen in juristischen Kreisen. Als Publizist trat er zuerst 1856 mit Beiträgen für die Wiener Presse hervor, siedelte bald darauf nach Wien über und trat als Mitarbeiter in die Redaktion der genannten Zeitung. Seine volkswirtschaftlichen Aufsätze hatten einen bedeutenden Erfolg; insbesondere lenkten seine Aufsätze über den politischen Tendenzprozeß gegen Richter, den Direktor der Kreditanstalt, die er unter den drückendsten Presseverhältnissen schrieb, die allgemeine Aufmerksamkeit auf ihn. Nach dem italienischen Krieg führte er einen erfolgreichen publizistischen Feldzug für die Einführung einer konstitutionellen Verfassung und gegen den Anton Schmerlingschen Scheinliberalismus. Mit Michael Etienne und Adolf Werthner begründete er im September 1864 die Neue Freie Presse und blieb mit jenen vereint bis zu seinem Tod an der Spitze des großen Blattes tätig. Er war unter anderem für den Wirtschaftsteil "Economist" der "Neuen Freien Presse" zuständig. Max Friedländer war außerdem einer der Mitbegründer des bekannten Etablissement Ronacher in Wien. Er starb am 20. April 1872 in Nizza.
Heinrich Göppert - Botaniker und Paläontologe(* 25. Juli 1800 in Sprottau, Niederschlesien; † 18. Mai 1884 in Breslau) war ein deutscher Botaniker, Paläontologe und Universitätsprofessor Göppert machte zunächst in Sprottau und Neiße eine Lehre als Apotheker bevor er ab 1821 an den Universitäten Breslau und Berlin Medizin studierte. In seiner Breslauer Studienzeit schloß er sich der Breslauer Burschenschaft an, weswegen er von der Universität exmatrikuliert worden ist. 1826 ließ er sich als Arzt in Breslau nieder, habilitierte sich im folgenden Jahr in den Fächern Medizin und Botanik und wurde 1831 zum Professor für Botanik und Kurator am Botanischen Garten sowie als Lehrer an der chirurgischen Lehranstalt zu Breslau berufen. 1839 wurde er ordentlicher Professor für der Botanik und 1852 Direktor des Botanischen Gartens. Von Göpperts zahlreichen wissenschaftlichen Arbeiten beschäftigen sich viele mit den Lebenserscheinungen der Pflanzen, insbesondere mit dem Leben der Bäume. Sein größtes Verdienst liegt jedoch auf dem Gebiet der Paläobotanik, zu deren bedeutendste Vertreter Göppert im 19. Jahrhundert zählte.
Rudolf von Gottschall - Schriftsteller(* 30. September 1823 in Breslau; † 21. März 1909 in Leipzig) war ein deutscher Dramatiker, Epiker, Erzähler, Literarhistoriker und Kritiker. 1877 wurde er geadelt (von Gottschall). Rudolf Gottschall, Sohn eines preußischen Artillerieoffiziers, studierte seit 1841 in Königsberg Rechtswissenschaften, wurde aber wegen politischer Agitation von der Universität verwiesen. Er setzte sein Studium in Breslau, dann in Berlin fort und konnte schließlich 1846 in Königsberg promovieren. 1841 hatte er sich außerdem in Königsberg der Burschenschaft Hochhemia und 1843 der Breslauer Burschenschaft angeschlossen. 1847 wurde er Dramaturg am Königsberger Stadttheater, ging 1848 nach Hamburg, 1852 nach Breslau (er heiratete Marie Freiin von Seherr-Thoß) und 1862 nach Posen, wo er kurzzeitig Redakteur der Ostdeutschen Zeitung war. Von 1864 bis 1888 war Gottschall Herausgeber der Blätter für literarische Unterhaltung und Unsere Zeit (beide Zeitschriften im Besitz des Verlagshause F. A. Brockhaus) in Leipzig. 1877 wurde Gottschall der erbliche Adel verliehen. Gottschalls fortschrittliches Schaffen war zu seinen Lebzeiten geachtet, seine Dramen wurden gerne gespielt. Seine Werke zeichneten sich vor allem durch unabhängige Urteilskraft, aber auch durch zeitbezogene Kritik aus, was mit dazu beigetragen hat, daß er nach seinem Tode schnell in Vergessenheit geriet.
Karl von Holtei - Schriftsteller, Schauspieler, Theaterleiter und - regisseur(* 24. April 1798 in Breslau; † 12. Februar 1880 ebenda) war ein deutscher Schriftsteller, Schauspieler, Rezitator, Theaterregisseur und Theaterleiter. - Kindheit und Jugend Karl von Holtei entstammte einer evangelischen Offiziersfamilie von kurländischem Adel. Seine Eltern waren der Husarenoffizier Karl von Holtei und Wilhelmine, geb. von Kessel. Da die Mutter kurz nach seiner Geburt starb, wurde er von seiner Tante, der Freifrau von Arnold versorgt. Er besuchte zuerst das Friedrichs-, dann das Maria-Magdalenen-Gymnasium in Breslau und nahm 1815 als Freiwilliger am Feldzug gegen Napoleon teil. Nach der Rückkehr holte er das Abitur nach und begann anschließend ein Studium der Rechte an der Universität Breslau. Bereits in seiner Jugend war Holtei als Schauspieler, Dramaturg, Regisseur und Bühnendichter tätig. - Grafenort Zusammen mit Karl Seydelmann begann er 1816 seine Schauspielerlaufbahn am Schloßtheater des Grafen Johann Hieronymus von Herberstein in Grafenort in der Grafschaft Glatz. Dort lernte er die Sängerin Louise Rogée kennen, die 1821 seine Frau wurde und nach nur vier Ehejahren verstarb. Der Witwer hatte nun eine Tochter und einen Sohn zu versorgen. Der Sohn verstarb 16-jährig in Grafenort, die Tochter heiratete in jungen Jahren den Advokaten Dr. Josef Potpeschnigg und verzog nach Graz in der Steiermark. In Grafenort war Holtei in 12 Spielsaisons Leiter des Schloßtheaters. Dort schrieb er auch seine ersten schlesischen Dialektgedichte und machte Bekanntschaft mit dem originellen Kaplan Georg Seipel, dem er als "Pater Jörgel" in dem Roman Christian Lammfell ein literarisches Denkmal gesetzt hat. 1826/27 begleitete er den Grafen Herberstein nach Paris. Seine Bühnenwerke 33 Minuten in Grünberg, Die Majoratsherren und Der Russe in Deutschland wurden in Grafenort uraufgeführt. Aus unbekannten Gründen verließ Holtei 1843 Grafenort, das er als seine zweite Heimat bezeichnete. - Wanderschaft 1824 war Holtei Direktions-Sekretär und Dramaturg am Königsstädtischen Theater am Alexanderplatz in Berlin. Viele seiner Stücke wurden dort aufgeführt, was seinen Ruhm begründete. In Berlin heiratete er 1830 die Schauspielerin und Sängerin Julie Holzbecher, mit der er mehrere Gastspielreisen unternahm. Von 1837 bis 1841 war er Direktor des damals deutschsprachigen Theaters in Riga, wo er Richard Wagner als Kapellmeister engagierte. Als dort 1839 seine zweite Frau verstarb, reiste er ab und kehrte nicht zurück. 1842 übernahm er die künstlerische Leitung des Breslauer Stadttheaters, die er jedoch wegen Unstimmigkeiten mit der Intendanz bald aufgab. Auf Einladung des Fürsten Hatzfeld verbrachte er einige Zeit auf Schloß Trachenberg. Gastspiel- und Vorlesungsreisen führten ihn nach Wien, Prag, Dresden, Hamburg und Weimar. 1849 zog er zu seiner Tochter nach Graz, widmete sich der Herausgabe seiner Theaterstücke und versuchte sich auch als Romanautor. Seine Erzählung Ein Mord in Riga war eine der ersten deutschen Kriminalerzählungen. 1860/61 unternahm er eine Vorlesungsreise durch Schlesien und wurde von seinen Landsleuten begeistert gefeiert. Die Heimatgedichte "Derheeme" und "Heem will ihch" stammen aus dieser Zeit. 1863 übersiedelte er zurück in seine Heimatstadt Breslau, wohnte in einer Mansardenwohnung und dichtete wieder Mundartgedichte. Sein achtzigster Geburtstag wurde festlich begangen. Schon vorher fand er Aufnahme und Pflege im Kloster der Barmherzigen Brüder, wo er auch verstarb. - Gesellschaftsleben Karl von Holtei war ein Autor, der das Gesellschaftliche als wichtige Komponente seines Wirkens verstand, und sich ein internationales Kontaktnetz schaffte. In den Jahren 1827, 1829, 1830 und 1831 besuchte er Goethe in Weimar, der seine Mundartgedichte lobte. Er war mit Joseph von Eichendorff und Gustav Freytag befreundet. Holtei zog sich vom Theater zurück, weil er moderne Tendenzen wie den aufkommenden Naturalismus im Theater oder die endgültige Trennung zwischen Schauspiel und Oper nicht mitmachen konnte und wollte. Der deutschsprachige Raum war für ihn stets noch ein loses Gebinde kleiner Staaten und Städte, so daß er der zunehmenden Urbanisierung und Internationalisierung mit Unverständnis begegnete. So präsentierte er sich gerne als Relikt aus einer längst vergangenen Zeit. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gehörte er zu den populärsten Gestalten der deutschsprachigen Literatur. - WerkHoltei versuchte, die deutsche Sprache gegenüber dem Französischen (aus dem damals noch die meisten deutschen Literatur- und Theaterprodukte übersetzt waren), aufzuwerten, indem er verschiedenste Dialekte verwendete. Dieses Stilmittel gab es nicht im Französischen. Die Aufwertung des Dialekts gegenüber der Hochsprache verstand sich nicht zuletzt als Aufwertung des Bürgerlichen gegenüber dem Aristokratischen. Selbst ein Angehöriger des niederen Adels, bemühte sich Holtei, zwischen Adel und Bürgertum zu vermitteln, statt die Konflikte zu betonen, die in den Revolutionsjahren 1830 und 1848 zum Ausbruch kamen. Bekannt wurden seine Possen Die Berliner in Wien und Die Wiener in Berlin, in denen er mit Sprachunterschieden operierte. Ebenso beherrschte er die Umsetzung eines Mediums in ein anderes: Aus der berühmten Ballade Lenore von Gottfried August Bürger machte er etwa ein Bühnenmelodram. In seinem Roman Der letzte Komödiant gab er Theateraufführungen eine erzählerische Form. "Er ragt unter den schlesischen Dichtern als Verkörperung schlesischer Wesensart hervor", schreibt Klaus Ullmann im ‚Schlesien Lexikon’ (Würzburg 1996, S. 144). Und Wilhelm Menzel rühmt ihn als "eigentlichen Begründer der schlesischen Mundartdichtung" (Mundart und Mundartdichtung in Schlesien, München 1976, S. 81). Er ist uns aber nicht nur als Dichter vertraut, sondern auch als Herausgeber des "Breslauer Commersbuches" von 1819. Als in Folge der Karlsbader Beschlüsse die Breslauer Burschenschaft am 22. November 1819 zur Auflösung gezwungen wurde, ging man nach dem Holteischen ‚Bundeslied’ auseinander:
Auf Brüder, reichet Euch die Hand
und schließt das Band der reinsten Freundschaft. Unseren Bund trennt nur der Tod! Kein Geschick, ja keine Not soll unsre, soll unsre, soll unsre Freundschaft stören! Einst werden wir uns wieder sehn und fester steht und unsren Bund erneun. Unsern Bund trennt nur der Tod! Kein Geschick, ja keine Not soll unsre, soll unsre, soll unsre Freundschaft stören! Nun folgt zum Schluß der Trauerkuß, der Abschiedsgruß der treuen Bruderschaft. Unsern Bund trennt nur der Tod! Kein Geschick, ja keine Not soll unsre, soll unsre, soll unsre Freundschaft stören!
Ferdinand Lassalle - Gründungsvater der deutschen
Sozialdemokratie(* 11. April 1825 in Breslau als Ferdinand Lassal; † 31. August 1864 in Carouge/Schweiz nahe Genf) war ein deutscher Schriftsteller, Politiker, Staatssozialist und Arbeiterführer. Als erster Präsident des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins (ADAV) war er 1863 der Gründer der ersten Vorgängerorganisation der bis heute bestehenden SPD im damaligen Preußen, und gilt damit als einer der Gründerväter der deutschen Sozialdemokratie.
Franz Mader - Jurist(* 28. Januar 1912 in Mitteldorf bei Grulich, (Adlergebirge); † 24. Oktober 1988 in Bielefeld) war ein deutscher Offizier und Politiker. Er war von 1967 bis 1980 Mitglied des Landtages von Nordrhein-Westfalen (MdL) sowie Ehrenvorsitzender des Bundesvorstandes der Landsmannschaft Schlesien. Mader studierte Rechtswissenschaften an der Universität Breslau. Im Zweiten Weltkrieg war er zunächst Soldat der Deutschen Wehrmacht und stieg bis zum Regimentskommandeur auf. Für seine Tapferkeit wurde er hoch dekoriert. Er stellte sich als Oberst der Reserve der 1955 neu gegründeten Bundeswehr zur Verfügung. Nach dem Krieg arbeitete er als Rechtsanwalt und Notar. Mader war als Mitglied der FDP im Bielefelder Stadtparlament über zwei Jahrzehnte tätig. 1967 zog er als Abgeordneter in den Landtag von Nordrhein-Westfalen, verließ aber 1970 die FDP und wurde Mitglied der CDU. Ebenso wie für seinen oberschlesischen Landsmann und Abgeordneten im Deutschen Bundestag Erich Mende war die Ostpolitik von Willy Brandt und Walter Scheel der Grund für den Austritt. Sein Eintritt in die CDU sicherte den Christdemokraten 1974 über sein Direktmandat gegen den kandidierenden sozialdemokratischen Oberbürgermeister, das erste Mal, daß die CDU diesen Wahlkreis gewinnen konnte. 1980 stellt er sich nicht mehr zur Wiederwahl für den Landtag in NRW. Mader war Landesvorsitzender der Landsmannschaft Schlesien in Nordrhein-Westfalen, dann stellvertretender Bundesvorsitzender und war gleichzeitig Stellvertreter im Vorstand der Stiftung Schlesien. Später wurde er Ehrenvorsitzender des Bundesvorstand der Landsmannschaft Schlesien. - Auszeichnungen und Ehrungen
Eduard Schnitzer - Arzt und Afrikaforscher in den Diensten des
osmanischen Sultans(* 28. März 1840 in Oppeln, Schlesien, † 23. Oktober 1892 in Kinena (Kongogebiet)) war ein auch unter dem Namen Mehmed Emin Pascha bekannter Afrikaforscher und Verwalter der sudanesischen Provinz Äquatoria. - Jugend Schnitzer, Sohn eines jüdischen Kaufmanns, zog nach dessen Tode mit seiner Mutter nach Neiße. Nach dem Besuch des dortigen Gymnasiums studierte er Medizin in Breslau, Berlin und Königsberg. Während seiner Breslauer Studienzeit schloß er sich der Breslauer Burschenschaft Arminia an. Schnitzer war zweimal verheiratet. - Im Osmanischen Reich Nach dem Studium begab er sich in die Türkei. In Antivari (heute Bar in Montenegro), wurde er Hafen- und Distriktsarzt und beteiligte sich als Militärarzt an einer Expedition nach Syrien und Arabien. 1871 folgte er einem Ruf des Gouverneurs Ismail Pascha, dem er zuerst nach Trapezunt und Erzurum und später ins Exil folgte. Nach Ismail Paschas Wiedereinsetzung in sein Amt begleitete er ihn nach Janina und blieb dort bis zu dessen Tod im Jahre 1873. Schnitzer heiratete darauf die Witwe Ismail Paschas, eine Griechin. Inzwischen war er nicht nur des Französischen, Englischen, Italienischen, verschiedener slawischer Idiome, des Türkischen, Arabischen und Persischen vollständig mächtig geworden, er hatte sich auch die orientalischen Sitten und Gebräuche so angeeignet, daß niemand ihm den westeuropäischen Ursprung anmerkte. - In Afrika Gouverneur von Äquatoria Nach kurzem Besuch der Heimat 1875 begab sich Schnitzer nach Ägypten,
folgte 1876 dem neu ernannten Gouverneur Gordon Pascha in den Sudan und
wurde als Emin Efendi zum Chefarzt ernannt. Er ging mit Gordon zum
Ukerewesee und untersuchte den Somerset (Victoria-Nil), fuhr 1877 von
Lado über Dusile abermals den Nil hinauf bis Magungo am Mwutansee und
begab sich dann über Masindi nach Mruli und zwischen dem Fluß Kafur und
dem Ibrahim Pascha See durch Unyoro südwärts bis zu Mtesas Residenz
Rubagha unweit des Ukerewesee.
Sie ritten vierzig Meilen fast
und sprachen Worte nicht vier und:
kurz ist die schottische Geduld
und lang ein schottisch Schwert! - Werke
Wilhelm Wolff - Weggefährte von Karl Marx(* 21. Juni 1809 in Tarnau, Schlesien, † 9. Mai 1864 in Manchester, England) Als Sohn eines Kleinbauern lernte er das damals noch feudal geprägte Abhängigkeitsverhältnis zwischen den „schlesischen Junkern“ und der Unterschicht aus erster Hand kennen. Dieser Konflikt zieht sich wie ein roter Faden durch seine späteren Publikationen. An der Universität Breslau studierte er klassische Philologie. Er konnte sein Studium jedoch nicht beenden, weil er 1834 wegen Mitgliedschaft in der Alten Breslauer Burschenschaft der Raczeks und Majestätsbeleidigung zu Festungshaft in Silberberg verurteilt wurde. Ein damaliger Mitinsasse war Fritz Reuter. Nach seiner Begnadigung 1839 schlug er sich als Privatlehrer durch. Einer drohenden Verhaftung wegen Pressevergehen Anfang 1846 entzog er sich durch Flucht nach London und später nach Brüssel. Dort wurde er mit Karl Marx und Friedrich Engels bekannt. Er war Korrespondent in der „Deutsche-Brüsseler-Zeitung“, aktiv in den Kommunistischen Korrespondenz-Komitees, Redner im deutschen Arbeiterverein und Gründungsmitglied im Bund der Kommunisten. Nach der franz. Februarrevolution wurde er aus Belgien nach Frankreich abgeschoben. Von dort kehrte er nach Schlesien zurück und unterstützte die Wahl radikaler Kandidaten für das Frankfurter Parlament. Als Redakteur der Neuen Rheinischen Zeitung (NRhZ) betreute er u.a. die Rubrik "Aus dem Reich" - Nachrichten aus den deutschen Kleinstaaten. Während des Belagerungszustandes in Köln vom 25. September bis 4. Oktober 1848 wurde Wolff steckbrieflich wegen „Komplott“ gesucht und flüchtete erst nach Bad Dürkheim in der Pfalz. Er lebte dann einige Monate in Köln im Untergrund bis der Prozeß gegen ihn eingestellt wurde. Nach dem Ende der NRhZ übernahm er als Stellvertreter das Breslauer Mandat in der Frankfurter Nationalversammlung und dem Rumpfparlament in Stuttgart. Als dieses am 18. Juni 1849 aufgelöst wurde, ging er über Baden ins schweizer Exil und später nach England. Dort lebte er ab 1851 bis zu seinem Tod in bescheidenen Verhältnissen als Privatlehrer in London und Manchester, wo er in engem Kontakt mit Friedrich Engels blieb. Sein Artikel „Das Elend und der Aufruhr in Schlesien“ (1847) diente Gerhart Hauptmann als Vorlage für sein Drama „Die Weber“. Karl Marx widmete ihm 1867 den ersten Teil seines Hauptwerkes „Das Kapital“. Der Inhalt dieser Seite basiert auf den gleichnamigen Artikeln aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Die Inhalte stehen unter der GNU Lizenz für freie Dokumentation. Eine Liste der Autoren ist dort jeweils abrufbar. Die verwendeten Bilder sind gemeinfrei. |