Mo
13
Feb
2012
Nicht erschienener Leserbrief zum WKR-Ball
Es lässt mich erschauern, wenn eine Qualitätszeitung wie die „Welt“ einen Kommentar veröffentlicht, dessen Wertungen auf so offensichtlich falschen Tatsachenbehauptungen fußen, dass jeder Redaktionspraktikant sie innerhalb weniger Minuten mit Unterstützung einer beliebigen Internet-Suchmaschine enttarnen hätte können.
Von der entlarvenden Peinlichkeit abgesehen, dass der Obmann der FPÖ HEINZ und nicht HANS-Christian Strache heißt, wäre zu erwähnen:
- Niemals haben Behörden gedroht, den WKR-Ball verbieten zu wollen. Es gibt lediglich den Beschluss der – völlig privatrechtlich organisierten – Hofburg-Betriebsgesellschaft, die Räume ab 2013 nicht mehr vermieten zu wollen.
- Sowohl Juden als auch Journalisten hatten Zutritt zum Ball. Es waren der Wiener FPÖ-Stadtrat David Lasar und der Schwedendemokraten-Politiker Kent Ekeroth anwesend, die beide jüdischen Glaubens sind. Sie waren vermutlich nicht die einzigen, wohl aber die bekanntesten. Ein Journalist der Austria Presse Agentur berichtete ebenso mit offizieller Akkreditierung wie Journalisten anderer Medien.
- Die Burschenschaft Olympia war – ohne auf die abschätzige Wertung dieser Organisation einzugehen – niemals für die Einladung verantwortlich, weder zum Ball generell noch an die Person Marine Le Pen gerichtet. Der Ball wird von einem Komitee organisiert, in dem einzelne Mitglieder verschiedener Wiener Bünde – Burschenschaften, Landsmannschaften, Corps und andere – vertreten sind. Marine Le Pen wurde vom FPÖ-Europaabgeordneten Franz Obermayr eingeladen.
- David Irving war niemals Gast des WKR-Balls.
Ich gehe davon aus, dass die durch die falschen Tatsachenbehauptungen diskreditierten Personen und Organisationen Klage gegen Herrn Lévy führen werden und empfehle Ihnen daher, sollten Sie nicht ebenfalls als Medieninhaber davon betroffen sein wollen, den betreffenden Kommentar schnellstmöglich zu entfernen.
Mit freundlichen Grüßen
Alexander Höferl, Wien
PS: Nachdem Herr Lévy jener Berater war, der den französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy maßgeblich zu einem militärischen Eingreifen in Libyen gedrängt hat, kann ich nun erahnen, welche Qualität seine Recherchen über die Lage in diesem Land hatten. Die aktuellen Entwicklungen nach dem angeblich so erfolgreich beendeten Einsatz der NATO-Streitkräfte scheinen diesen Eindruck zu bestätigen. Die Tausenden Todesopfer macht dies freilich nicht mehr lebendig. Gottlob war wenigstens die deutsche Regierung so klug, sich nicht mit den Kriegstreibern zu verbünden.
PPS: Über eine Antwort auf Ihrer Redaktion würde ich mich freuen.
Quelle: DieBurschenschaften.de