Do
09
Feb
2012
WKR-Ball - Augenzeugenberichte Teil II
H.H.
Hier ein Kurzbericht, was meinem Sohn passiert ist:
Mein Sohn ist am Weg zum WKR-Ball am 27.2.2012 in der U-Bahn Linie U4 bei der Station Friedensbrücke attackiert worden. 4-5 Antifas haben ihm Wasser ins Gesicht geschüttet (er saß zeitungslesend im Mantel – ohne Couleur! – aber erkennbar an den schwarzen Schuhen und der schwarzen Hose als vielleicht-Ballgeher?), dann schlugen sie ihm mit einer Fahnenstange (mit dem stoffumwickelten Teil) aufs Kinn. Mein Sohn reagierte spontan, indem er seine Zeitung den Aggressoren entgegen warf - der Zug fuhr eben in die Station ein – und bei der Waggontüre auf den Bahnsteig entkam. Zum Glück muss das jemand im anderen Waggon gesehen haben, und vielleicht die Polizei gerufen haben. Die auf dem Bahnsteig bereits wartende Polizei und Sanitäter nahmen sich seiner an. Die Polizei nahm die Täter fest. Danach organisierte ihm die Polizei ein Taxi und er setzte die Fahrt zum 59. WKR-Ball dann fort.
PS: Meinem Bbr. von der ….. ist folgendes passiert: Seine Frau, seine Tochter und er fuhren mit dem Taxi zur Hofburg als die Scheiben des Taxis eingeschlagen wurden. Die Tochter verließ rasch den Wagen, da sie zur Generalprobe mußte. Ihren Eltern war aber der Pöbel offenbar zuviel, und sie fuhren (ohne Ballbesuch!) wieder in das Hotel zurück!!!
C.H.
Wir sind relativ früh – gegen 20.15 – mit 2 Taxis von der Gumpendorferstr. 149 über die Freyung Richtung Herrengasse gefahren. Ab Freyung „stop and go“ Verkehr. Radfahrer sind zwischen den Taxis gekurvt und haben den Taxifahrern A5 – formatige Zettel aufgedrängt. Die Fahrt von der Freyung bis zum Josefsplatz dauerte etwa 15 Min. Eine weibliche Person (vermummt) hat in die Beifahrerseite hinein gefilmt und alle Gesichter somit aufgenommen. Beim Eintritt in die Hofburg wurden ebenfalls alle Ballbesucher gefilmt, manche abgedrängt. Später eintreffende Ballbesucher berichteten beschimpft, attackiert und bespuckt worden zu sein. Eine Ballbesucherin zeigte mir Spuren von einem Ei in ihrem Haar, welches gegen sie geworfen wurde.
G.H
Wir sind mit dem Taxi über die Währinger Straße und die Freyung angereist. Bis zur Freyung war die Anfahrt problemlos. Ab dann standen wir im Stau, welcher durch umgeschmissene Verkehrszeichen und Radfahrer, die die Fahrbahn immer wieder versperrten, verursacht wurde. Abgesehen davon waren einige Störenfriede unterwegs, die recht „grimmig dreinschauend“ bzw. aggressiv gestikulierend in die Fahrzeuge, die im Stau standen, blickten und diverse Grimassen bzw. Gesten machten. Unser Taxi wurde dann über den Michaelerplatz auf den Josefsplatz geleitet, wo wir ausgestiegen sind. Dort wartete schon eine Journalistentraube, die fleißig filmte bzw. Interviews haben wollte (wir haben natürlich keines gegeben). Am Ball haben wir mit zahlreichen Bundes-, Farben- und Verbandsbrüdern, Damen, Gästen usw. gesprochen, die uns auch von ihren Erlebnissen berichtet haben. Darunter war von der „bloßen Anreiseverzögerung“ und dem „unguten Gefühl“, was auch uns widerfahren ist, über Anpöbeln, Anspucken, aus dem Taxi gerissen werden, bis hin zu Bedrohungen und Gewaltanwendung (auch gegen Frauen!) alles dabei.
J.D.
Meine Tochter hat diesen Ball eröffnet und erreichte um 17.30 mit dem Taxi problemlos die Hofburg. Als ich mit meiner Frau um 20.00 mit dem Taxi zur Hofburg wollte war der Ballhausplatz gesperrt. Der Polizist meinte: „Hier wollen sie aber nicht wirklich aussteigen?”. Das Taxi fuhr mit uns weiter über den Schottenplatz Richtung Michaelerplatz. Wir steckten im Taxistau und Demonstranten auf Fahrrädern zeigten den Stinkefinger, manche warfen Silvesterböller und radelten rasch weiter. Kurz vor dem Einbiegen in die Herrengasse vermehrte sich die Anzahl der Demonstranten. Sie rissen Baustellenzäune um und blockierten damit die Straßen, Ballbesucher, die die letzten Meter zu Fuß gingen wurden unmittelbar neben meinem Taxi tätlich angegriffen (Faustschläge, Fusstritte), ein Polizist in zivil stand 10 Meter entfernt und beobachtete den Überfall. Er tat nichts. Unser Taxifahrer hatte das Auto verriegelt, sodass die Demonstranten nicht an uns herankonnten. Sie traten mit den Füssen gegen unser Taxi, das Beulen davontrug. Wir fuhren zurück zum Hotel, versäumten die Eröffnung und trafen erst um Mitternacht wieder am Ball ein.
V.H.
Unser Taxi von der Gumpendorfer Straße zur Hofburg benötigte durch diverse Umwege im 1. Bezirk und einen Stau am Kohlmarkt, über den unser Taxi von der Polizei umgeleitet wurde, erheblich längere Zeit. Die Kosten erhöhten sich dadurch auch von ca. 10 Euro auf mehr als € 18. Am Kohlmarkt wies ich den Taxifahrer an, die Zentralverriegelung zu schließen, da die Passanten langsam bedrohlich wirkten. Als wir im Schrittempo, z.T. auch kurz stehen bleibend den Kohlmarkt entlangfuhren, wurden die Insassen, d.h. der Taxifahrer, meine Lebensgefährtin, die Schwester eines Aktiven und ich beschimpft: “Nazi´s raus” wurde zum Teil im Chor skandiert. Mir wurde gedeutet, ich möge aussteigen, die hinten sitzenden Frauen wurden von beiden Seiten des Taxis aus von mehreren, wechselnden – meist jüngeren Menschen mit und ohne Vermummung – immer wieder als “Nazihuren” beschimpft. Des Weiteren wurde auch der Taxifahrer pauschal mitbeschimpft, es wurde ihm auch zugerufen, er “solle sich schämen, Nazi´s zu fahren”. Es versuchten einmal mehrere Demonstranten das Auto aufzuhalten, dann aber kamen Polizisten dazu und der Weg wurde gleich wieder freigegeben. Die Polizisten standen sehr schütter am Kohlmarkt und ließen die Beschimpfungen, Gesten und Drohgebärden vollführenden Demonstranten gewähren. Dies spielte sich ca. um 20 Uhr 30 ab. Nach dem Michaelerplatz ging es dann wieder recht gesittet zu – der Höhepunkt war am Kohlmarkt.
W.L.
WKR-Ball Zufahrtsbericht
Da heuer angekündigter maßen die letzte Gelegenheit sein sollte, den eleganten WKR-Ball samt seinen Gästen, die auf hergebrachte Sitten und Höflichkeit Wert legen, in den wunderschönen Räumen der Hofburg zu besuchen, entschlossen sich meine 15-jährige Tochter und 17-jähriger Sohn mit uns Eltern mitzukommen. Auf der Fahrt zur Rückseite der Hofburg am Josefsplatz erhielt unser Taxifahrer die Nachricht von der Taxifunkzentrale, dass die zugesicherte Route über Freyung und Herrengasse mittlerweile durch Demonstranten gesperrt sei und von der Polizei nicht freigehalten werden könne. Wir versuchten daher über den Ring zur Oper und weiter zur Albertina zu kommen. Bereits auf Höhe des Luegerplatzes war der Ring durch einen Stau, angeblich verursacht durch den Demonstrationszug von der Mariahilferstraße zum Heldenplatz, lahmgelegt. Nach längerer Zeit konnten wir mit dem Taxi bis zum Schubertring vordringen und über die Nebenfahrbahn in Johannesgasse – Schellinggasse – Akademiestraße und dann gegen die Einbahn in der Walfischgasse bis zur Absperrung bei der Albertina gelangen, wo wir das Taxi verließen um zu Fuß weiter zum Josefsplatz zu gelangen. Die Polizisten an der Absperrung öffneten die Absperrgitter und ließen uns in den „gesicherten Raum“ ein. Dort, innerhalb der Polizeiabsperrung, wurden wir bald von einem kleinen Grüppchen Demonstranten bemerkt und mit den Rufen „da kommen wieder welche!“ empfangen. Einzelne dieser Demonstranten, insbesondere eine Studentin, versuchte vergeblich mich zu rempeln und nahm sich dann schnell meine 15-jährige Tochter zum erfolgversprechenderen Ziel, die sie dann auch noch lautstark als „Nazi“ beschimpfte. Weitere Demonstranten belästigten meinen Sohn und meine Frau und ergingen sich zusätzlich in stereotypen „Nazi-raus-Rufen“, obwohl nirgendwo Adressaten dieser Rufe zu sehen waren. Die Polizisten reagierten relativ rasch und schirmten uns vor weiteren tätlichen Angriffen ab. Meine Tochter wunderte sich später mir gegenüber, wieso sie als „Nazi“ bezeichnet worden sei, wo sie doch erkennbar einer ganz anderen Generation angehört. Ich kann nur hoffen, dass dieses Erlebnis sie gegen die zur Schau gestellte Intoleranz der sogenannten „Antifaschisten“ immunisiert.
A.D.
Da wir mit dem Reisebus gefahren sind, haben wir insbesondere die Übergriffe auf dem Weg von den Bussen zur Hofburg mitbekommen. Neben den üblichen Beleidigungen (die ich wohl nicht näher ausführen muss), wurden hier insbesondere die Ballbesucher, meine Frau inklusive, von diversen Demonstranten bespuckt.
F.C.
Vorweg sei gesagt, daß ich den Ball in den letzten sieben Jahren sechsmal besucht habe und jeweils für ein verlängertes Wochenende in Wien geblieben bin. Dabei habe ich mit meiner jeweiligen Ballbegleitung Hotelzimmer bewohnt, habe in Wiens Kaffeehäusern und Restaurants gespeist und getrunken und habe – für Ballbedarf und auch sonst – stets etwas Geld für Shopping ausgegeben. Wir sind bei dieser Gelegenheit immer gastfreundliche begrüßt und behandelt worden – sowohl auf den jeweiligen Häusern als auch in der Stadt. Weder meine frühere noch meine diesjährige Ballbegleitung noch meine Person vertreten extremistische, revanchistische oder sonstig extreme politische Positionen. Im Gegenteil, für einen Burschenschafter bin ich womöglich fast zu unpolitisch. Bevor ich auf den Abend des 27. Januar 2012 eingehe ein kurzer Exkurs ins Jahr 2010. Meine Ballbegleitung und ich hatten im Hotel gegessen und sind dann mit dem Taxi zum Ball gefahren. Dabei kam es zum ersten Vorfall im Zusammenhang mit Protesten gegen den Ball. Das Taxi wurde am Hofburgeingang Michaelerplatz von mehreren vermummten Jugendlichen mit Fahrrädern gestoppt und der Taxifahrer aufgefordert diesen unsere Namen zu nennen. Dabei wurden von mehreren Seiten Fotos von uns gemacht. Es kam mir vor, wie die Vorbereitung zu einer Proskriptionsliste. Zum Glück für uns war das Taxi verriegelt, denn die vermummten Jugendlichen rüttelten an den Türen des gestoppten Fahrzeugs. Über ihre Absichten kann man zwar nur spekulieren, es lag jedoch angesichts der Drohgebärden und beleidigenden Gesten Nahe, daß es Ihnen nicht um einen friedlichen Protest ging. Erst dazwischen gehende Polizei ermöglichte die Weiterfahrt. In diesem Jahr haben wir aufgrund der Vorberichterstattung und dem berichteten Erlebnis aus dem Jahr 2010 den Vorabend des Balles auf dem Haus der B! ….. verbracht – von dort sollte ein Bus zum Ball fahren. Mit dem Taxi zu fahren sei zu gefährlich sagte man uns – allein diese Befürchtung lässt schon auf die Angst der Ballgäste, sie könnten in Ihrer körperlichen Unversehrtheit bedroht sein – schließen. Was sind das für Verhältnisse, wo zivilisierte Menschen mitten in Mitteleuropa befürchten müssen auf dem Weg zu einer Tanzveranstaltung aufgrund ihrer Kleidung angegriffen zu werden? Gegen 20h bestiegen wir den besagten Bus. Die Fahrt verlief bis auf einige wenige geworfene Eier oder gerufene Parolen wie “Nazis raus” “Burschis raus” etc. ereignislos. Auf der Herrengasse wurde der Bus von einigen jugendlichen Demonstranten gestoppt und fuhr nicht weiter. Da die Polizei den Weg nicht räumte wurde die Menge alarmiert von einigen führenden Aktivisten mit Telefon innerhalb kurzer Zeit immer größer. Wir konnten den Bus nicht verlassen, da draußen die Menge tobte, Fotos machte und wir uns nach einer Dreiviertel-Stunde (sic!) Wartezeit im Bus wie bei einer Belagerung fühlten. Schließlich fasste die Polizei den Entschluss uns aussteigen zu lassen und den Fußmarsch zum Ball zu sichern. Wir stiegen aus und liefen über die Landhausgasse, Minoritenplatz und Schauflergasse zur Hofburg. Es war wie im Hexenkessel, überall Demonstranten, die uns beschimpften, anpöbelten und bespuckten. Ich konnte diverse Handgreiflichkeiten von Demonstranten gegen männliche und weibliche Ballbesucher beobachten, wir selbst wurden nur bespuckt und beschimpft. Auf diesem Weg hatte ich ständig große Angst um meine körperliche Unversehrtheit und die meiner Ballbegleitung. Man kam sich trotz der Polizei vor wie auf einem verbalen Spießrutenlauf.
L.C.
Am 27.01. kurz vor 20 Uhr stellte ich meine Wagen am Bahnhofsparkplatz Siebenhirten ab und geleitete meine Dame zu dem dort befindlichen Taxistand, da ja der Ball in der Regel mit Taxis am besten zu erreichen ist. Nachdem ich dem Taxifahrer unser Fahrziel Hofburg bekannt gab, begann auch schon die Fahrt. Nach ca. 25 Minuten Fahrt waren wir nahe der Hofburg und der Taxifahrer wusste bereits durch Taxifunk und durch die Medien, dass einige Zufahrten zur Hofburg gesperrt waren. An den Polizeiabsperrungen angekommen, wiesen die Ordnungshüter dem Taxifahrer einen Weg, welcher für die Anfahrt zur Hofburg vorgesehen war. Die Zufahrten Freyung, Opernring und Heldenplatz waren ja wegen dem Ball für Kraftfahrzeuge aller Art gesperrt. Die uns zugewiesene Zufahrt war jedoch unerwartet und unangemeldet durch eine Demonstrantengruppe blockiert. Abermals wurden wir von 2 Beamten aufgefordert einen anderen Zufahrtsweg einzuschlagen. Der Taxifahrer leistete dem Folge und fuhr die benannte Zufahrt an. Hier ca. 20.40 Uhr angekommen, stellte sich heraus, dass auch diese Zufahrt durch vermummte, gewaltbereite Demonstranten versperrt war. Es waren keine Einsatzkräfte vor Ort, als die Vermummten die uns zugewiesene Zufahrt blockierten. Neben dem betreffenden Taxi waren noch ca. ein Dutzend andere Taxis vor Ort, welche ebenfalls diese Fahrtroute als vermeintlich sichere Route zugewiesen bekamen. Eine Umkehr war nicht mehr möglich, da sich eine weitere Gruppe gewaltbereiter Vermummter von hinten näherte und die Fahrzeuggruppe einkesselte. Während der Einkesselung kam es, nicht nur an unserem Taxi, zu massiven Tätlichkeiten und Angriffen. Ich möchte nur die Vorgänge aufgreifen, welche sich an dem Wagen ereigneten, in dem wir unterwegs waren. Die Verriegelung des Wagens wurde durch den Taxifahrer betätigt. Anfangs wurde durch die Gewaltbereiten unter Androhung von körperverletzenden Maßnahmen versucht sich unberechtigten Zutritt ins das Wageninnere zu verschaffen. Als dies durch die betätigte Verriegelung erfolglos blieb, fielen weitere verbale Unterstellungen, Verleumdungen und strafrechtlich verfolgbare Beschimpfungen. Dem folgten Spuckattacken auf das gesamte Fahrzeug. Der Wagen -Mercedes A -wurde durch mutwillig aufgebrachte Körpersekrete allseitig beschmutzt. Die kurz vor der Ausführung stehende Beschädigung der Seitenspiegel durch die Radikalen konnte durch Erscheinen von Polizeibeamten gerade noch abgewendet werden. Nach langen Minuten gelang es dann den Beamten, durch deren massives Erscheinen, die Autonomen von deren Ansinnen der Blockade abzubringen. Da erheblicher Widerstand geleistet wurde, konnte die Einkesselung erst nach mehreren Minuten aufgehoben werden. Die uns entgegengebrachten Beleidigungen und versuchten tätlichen Angriffe durch den gewalttätigen Pöbel verurteile ich auf das Schärfste.
G.F.
Auch ich habe Strafanzeige gestellt, was mir auf dem Wiener Polizeirevier nicht gerade einfach gemacht wurde. Der zuständige Inspektor wollte zunächst keine Anzeige aufnehmen, weil meine Frau und ich (als Ortsfremde) natürlich nicht den genauen Tatort auf dem Stadtplan angeben konnten. Hätte uns nicht ein zweiter (sehr junger) Polizeibeamter bei der Bestimmung geholfen, wäre keine Strafanzeige angenommen worden. Die Rechtschreibfehler “Natzi” statt “Nazi” u.a.m. wollte ich dann nicht mehr weiter korrigieren lassen. Auch nicht, daß der aufnehmende Inspektor den Sachverhalt eines “Raubs” (= Eindringen in eine von ringsförmigem Polizeischutz umgebene Gruppe, Anstoßen meiner Person und Herunterreißen meiner Couleurmütze, die ich mit einer Hand auf dem Kopf festhielt) auf “Diebstahl” herunterspielte. Die Nazi-Beschimpfung meiner Frau und mir stelle keine Straftat dar, auch sei es keine Nötigung, daß wir an freier Bewegung im öffentlichen Verkehrsraum massiv behindert wurden.
C.R.
Schon bei der Anreise auf unsere Corpsbude wurde mein Taxi (Höhe Museumsquartier) von 4 vermummten Gestalten auf Fahrrädern eingekreist und an der Weiterfahrt gehindert. Mehrfach wurde die Tür aufgerissen und hinein gespuckt. Nach ca 3 – 5 Minuten Wartezeit traten 2 Polizisten heran und wir konnten unsere Fahrt fortsetzten. Auf dem Weg in die Hofburg wollten wir uns auf der Landesgerichtsstraße (Höhe Rathaus) ein Taxi organisieren. Eine vermummte Personengruppe von ca 20 Personen bemerkte uns (insgesamt waren wir zu viert: ein Corpsbruder, unsere Begleitungen und ich) und versuchte uns einzukesseln. Wir wurden bespuckt, beschimpft und massiv bedrängt (Rufe: „Nazischlampen“, „Nazihuren“, „Ein Baum, ein Strick, ein Burschigenick“ usw), Minuten darauf konnte mein Corpsbruder ein Taxi organisieren. Mein Corpsbruder und ich versuchten so gut es uns möglich war das ungehinderte Einsteigen der Damen zu sichern. In dieser Situation erhielt ich einen Faustschlag auf mein rechtes Ohr und Pfefferspray in den unteren Teil meines Gesichtes, mein Corpsbruder wurde von einer vollen Bierdosen am Hals getroffen und umgestoßen, einer der Damen wurde von hinten in den Rücken geschlagen. Bei der Absperrung am tiefen Graben angekommen (nach ca 30 Minuten Fahrt!) wollte der Taxifahrer, dass wir sein Fahrzeug verlassen, da eine größere Gruppe von Demonstranten wenige Meter vor uns in Position gegangen war. Wir versuchten so unbeschadet wie möglich die Absperrung und die dort positionierten Polizeibeamten zu erreichen. In dieser Situation wurde eine der Damen, sowie auch mein Corpsbruder und ich erneut von Pfefferspray getroffen. Ein Demonstrant versuchte mir mehrmals mein Couleur zu entwenden bis ich mich zu Wehr setzte und er davon abließ, dadurch verlor ich den Anschluss an meine Gruppe. Wenige Meter vor der Polizeiabsperrung stellten sich mir 3 Demonstranten in den Weg und versuchten mich aufzuhalten. Es kam zu einem kurzen Handgemenge, konnte dann aber als Letzter unserer Gruppe die Absperrung erreichen. Erwähnen möchte ich ebenfalls, dass mehrere Scheiben auf unserer Corpsbude eingeworfen wurden, obwohl die meiste Zeit Polizeibewachung vor Ort war.
F.L.
Bereits im Vorfeld als ich meine Ballkarten vom Verbindungshaus einer Burschenschaft abgeholt habe, kam es zu einem Zwischenfall. 20-30 linke Vermummte versuchten das Verbindungshaus zu stürmen. Einige anwesende Verbindungsmitglieder haben mit aller Kraft die Türe zugedrückt. Auf der gesamten Bude waren die anwesenden Personen schockiert und verängstigt. Durch die Türe kam Licht, welches auf bengalische Feuer zurückzuführen ist. Nach 5-10 Minuten war der Angriff vorbei. Nachdem sich der Rauch im Flur gelegt hatte, wurde der Eingangsbereich auf Schäden untersucht. Das Türschloss war nicht mehr funktionsfähig, Farbbeutel und Knallkörper wurden sichergestellt. Auch in der Nähe der Gasleitungen wurden Knallkörper gefunden. Gegen 20:30 fuhren wir mit acht Personen aufgeteilt auf drei Taxis Richtung Hofburg. Die Herrengasse war zu dieser Zeit bereits blockiert, weshalb wir von der Polizei umgeleitet wurden. Man hatte den Eindruck die Polizei wusste selbst nicht so genau, wo man noch sicher zu Hofburg kommen konnte. Wir sind dann über die Freyung zur Hofburg zugefahren. Vereinzelt kamen uns linke Späher auf dem Fahrrad entgegen. Die wollten nicht provozieren sondern versuchten mittels Handy Informationen an andere Demonstranten weiterzugeben. Wir wurden des öfteren von Demonstranten beschimpft und wurden auch bespuckt (auf die Seitenscheibe). Wir verriegelten die Türen und fuhren im Konvoi an den Demonstranten vorbei. Anscheinend war die Lage am eskalieren, denn die Polizei versuchte uns schnellstmöglich durch die Gassen zu winken. Etwa 250 m vor der Hofburg stand eine Horde an Gegendemonstranten welche jedoch von Einsatzkräften der Polizei abgehalten wurde, die Gasse zu stürmen. Vergleicht man diese mit einigen anderen Erfahrungsberichten, dürften wir eines der letzten Taxis gewesen sein, welches bis zur Hofburg durchfahren konnte. Vielen Personen nach uns mussten die letzten Meter laufen.
H.G.
Wir (2 Freundinnen und ich) fuhren um 20.15 h mit dem Taxi im 4. Bezirk, Trappelgasse los, kamen allerdings erst um 21.45h am Josefsplatz an. Ab der Freyung/Eingang Herrengasse kamen die Taxis nicht weiter weil Demonstranten trommelnd den Zebrastreifen besetzten. Die Polizei wurde durchgelassen, dahinter aber sofort wieder der Zebrastreifen besetzt, sodass kein Taxi weiterfahren konnte. Unser Taxifahrer versuchte dann in der Löwelgasse weiterzukommen, wo wir aber von der Polizei, die uns dringend davon abriet zu Fuß durch die Demonstranten zu gehen, wieder zurückgeschickt wurden. Wieder zurück bei der Freyung /Anfang Herrengasse wurde von Demonstranten auf Taxis geschlagen und diese auch angespuckt. Wir bekamen einige Mittelfinger und herausgestreckte Zungen zu sehen. Die Herrengasse war mit Müllcontainern blockiert worden, ein Ballgast im Taxi vor uns und unser Taxifahrer räumten sie beiseite. Das Taxi wurde nun über die Freyung dirigiert wo wieder alles stand. Unserem Taxifahrer wurden Zettel ins Taxi gesteckt mit dem Aufruf „Transportiert kein faschistisches Gedankengut“ (Da wir das offensichtlich nicht sind, hatte unser Taxifahrer keinen Anlass uns rauszuschmeißen). Im Schritttempo ging es weiter. Beim Central standen wir dann allerdings eine halbe Stunde, da hinter uns eine Sitzblockade war und vor uns ein Bus mit Steinen beworfen wurde. Die Polizei riet uns ausdrücklich davon ab, zu Fuß weiterzugehen und auch der Taxifunk sagte durch, dass Ballgäste attackiert wurden. Nach ca. 30 Minuten konnte unser Fahrer endlich die dann freigemachte Route von der Polizei über den Graben nehmen.
Quelle: DieBurschenschaften.de